Peru
Die Republik Peru misst 1.285.216 qkm (etwa dreieinhalbmal
so viel wie die Bundesrepublik Deutschland) und zählt
fast 25 Millionen Einwohner. Das Land teilt sich geographisch
in drei Zonen: die trockene Küste, das andine
Hochland und das Amazonastiefland. Etwa 48% der Bevölkerung
leben an der Küste, davon ca. 8 Millionen in
der Hauptstadt Lima. Im Hochland leben etwa 43% der
Bevölkerung, auch dort mehrheitlich in grösseren
Städten wie Cusco, Puno, Arequipa und Ayacucho.
Lediglich 9% der
peruanischen Bevölkerung leben im Amazonastief- land,
obwohl dieses mehr als die Hälfte der Landesfläche
einnimmt. Weite Gebiete des Tieflands sind bis heute

nicht erschlossen. Fast die Hälfte der peruanischen Bevölkerung
ist india- nischen Ursprungs, die meisten von ihnen
sprechen Quechua oder Aymara als Muttersprache.
Sie bewohnen mehrheitlich das Hochland, auch wenn
im Zuge der anhaltenden Migration seit den 70er
Jahren eine Abwanderung in die grossen Küstenstädte
Perus stattfindet.
Staatssprache ist Spanisch, Quechua wurde 1975 zur zweiten offiziellen Landessprache erklärt. Etwa 95% der Bevölkerung sind katholisch, doch die Einflässe vorspanischer Glaubensformen, Riten und Bräuche sind sowohl im täglichen Leben als auch bei Festen und Feiertagen im ganzen Land präsent, insbesondere bei der indianischen Bevölkerung.
Klima und Landschaft
Perus landschaftliche Besonderheiten sind die karge Wüste des Küstenstreifens, das Hochgebirge der Anden und der artenreiche Regenwald Amazoniens. Durch seine Nähe zum Äquator gehört das Land zu den tropischen Gebieten. Die Tageslänge von ca. 12 Stunden ist dementsprechend das ganze Jahr hindurch annähernd gleich. Klimatische Kennzeichen sind die sehr geringen jahreszeitlichen Temperaturunterschiede gegenüber den grossen Unterschieden zwischen Tag- und Nachttemperatur, besonders im andinen Hochland.
Anders als in den europäischen Breitengraden werden die Jahreszeiten in Peru nicht durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter, sondern durch eine Regen- und eine Trockenperiode bestimmt. Die Trockenzeit ist die beste Reisezeit, sie beginnt im Mai und endet im November.

Die Küstenregion
Perus steht unter dem starken Einfluss des Humboldt- stroms.
Er führt kalte Wassermassen vom Südpol
nach Norden, entlang der peruanischen Küste.
Dies verhindert die Wolkenbildung und somit nach- folgenden
Regen. Dadurch ist der knapp hundert km breite Küsten- streifen
bis auf wenige Ausnahmen Wüste. Die trockenste
Wüste der Erde, die Atacama-Wüste, liegt
im Süden Perus, an der Grenze zu Chile. Land- wirtschaft
ist in der gesamten Region nur in den fruchtbaren
Flussoasen möglich.
Ein krasser Gegesatz zu der kargen und unwirtlichen Landschaft
der peruanischen Küste ist die dort angesiedelte reiche Tierwelt, für die ebenfalls der kalte Humboldtstrom verantwortlich ist. Mit der Bewegung der Wassermassen werden Nährstoffe aus tieferen Gewässern aufgewirbelt und ermöglichen die Bildung von grossen Mengen Planktons, welches die Voraussetzung für einen aussergewöhnlichen Fischreichtum ist. Dieser wiederum ist die Grundlage für ein Zusammenspiel grosser Populationen von fischfressenden Vögeln (insbesondere verschiedener Arten von Pinguinen) und Meeressäugern wie Walen und Robben.
Die Tagestemperaturen liegen an der Küste von Januar bis März um 25 C, mit viel Sonne und hoher Luftfeuchtigkeit; von Mai bis November tritt eine starke Nebelbildung auf, und die Tagestemperaturen gehen zurück auf etwa 15 C. Das Hochland, die Sierra, hat ein teils gemässigtes, teilskaltes Gebirgsklima. Dort sind die Tagestemperaturen im Durchschnitt frühlingshaft, wobei sich ein erheblicher Unterschied zwischen sonnigen und bedeckten Tagen bzw. Sonne und Schatten bemerkbar macht. Die Nächte sind vor allem in der Trockenzeit oft sehr kalt. Oberhalb von 3.800 m kommt es nicht selten zu Nachtfrösten.

Das Hochland lässt sich in vier Zonen unterteilen: die Übergangszone von der Küste zum Gebirge und vom Gebirge ins Amazonastiefland wird Yunga (500 m - 2.000 m) genannt; sie ist mit ihrer tropischen Vegetation Anbaugebiet für viele Früchte. Die Quechua-Zone (2.000 m - 3.500 m) ist Siedlungsgebiet der Hochlandindios und deren traditionelle Anbauregion. Durch weiträumige Terrassierung und künstliche Bewässerung wurden die steilen Hänge der interandinen Hochtäler dieser Region schon zu Zeiten der Inka nutzbar gemacht.
Die Puna (3.500 m - 4.600 m) ist eine grasbewachsene kalte Berglandschaft mit weiten Hochebenen, Heimat der Lamas und Alpakas. Die Region oberhalb von 4.600 m wird Janca ge- nannt, sie reicht von der Schneegrenze bis zu den eisgepanzerten Felswänden der Hochanden.

Der grösste Teil Perus wird von der tropischen
Region des Regenwaldes eingenommen, der sogenannten
Selva (unter 500 m). Ständige Hitze, drückende Schwüle und tropische Regenfälle kennzeichnen dieses Gebiet ebenso wie seine immense Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten. Bitte lesen Sie dazu auch unsere Beschreibungen unter "
Tambo Paititi".
Reisen in Lateinamerika
Einfühlungsvermögen, Toleranz und ein gewisses Mass an Flexibilität sind Dinge, die Sie auf eine Reise nach Peru mitbringen sollten. Erwarten Sie keinen deutschen Standard, sondern
seien Sie offen für dieses Land. Gerade auf
einer Abenteuer-Tour lässt sich nicht immer
alles bis ins kleinste Detail vorausplanen, und
es kann gelegentlich zu kleinen Änderungen
im Reiseverlauf oder einer zeitlichen Verschiebung
kommen. Sie können sich jedoch darauf verlassen,
dass wir alle unsere Touren und Reisen gründlich
vorbereiten und gemeinsam mit unseren Reiseleitern
für einen reibungslosen Ablauf Ihres Aufenthaltes
sorgen.
Essen und Trinken
Die peruanische Küche ist sehr vielfältig und reicht von einfachen Kartoffelgerichten bis hin zu leckeren Fisch-und Meeresfrüchte-Speisen. Beliebt sind zum Beispiel Cebiche (ein kaltes Fischgericht), Palta rellena (gefüllte Avocado), Lomo saltado (Geschnetzeltes mit Gemüse und Reis) oder Picante de Cuy (pikant zubereitetes Meerschweinchen). Ausserdem lockt eine Vielzahl tropischer Früchte und dementsprechend eine riesige Auswahl fruchtiger Mixgetränke. Besonders empfehlenswert sind die verschiedenen Mates (Tees) aus frischen Kräutern, die dem Körper helfen, sich zu akklimatisieren.